3 Monate in Sydney

Delphine, Juli 2006

1. Reiseentscheid – Projekt – Vorbereitung

Nach dem Abitur habe ich mich entschlossen einige Monate zu arbeiten, um einen Teil meiner Australienreise zu finanzieren. Ich werde mich also für sechs Monate auf die andere Seite der Welt verbannen, dorthin wo man die Gefangenen und Rebellen im 19. Jahrhundert sandte. Ich habe vor in den ersten drei Monaten einen Cambridgeprüfungskurs in Sydney zu absolvieren, damit ich am Ende meines Sprachaufenthaltes etwas vorweisen kann. Die letzten drei Monate möchte ich dorthin reisen, wo ich möchte.
Ich wusste, dass ich bei einer Gastfamilie wohnen werde, an welchem Tag ich den Kurs beginnen werde und wann ich meinen ersten Schultag haben werde. Der Rest meiner Reise stand noch offen. Ich hatte vor der Abreise nicht nur wenig Zeit sondern auch keine Lust mir meine Reise schon im Voraus festzulegen, da ich seit mehr als zehn Jahren an eine geregelte Arbeitszeit gebunden bin. Dieses Mal nehme ich mir alle Zeit der Welt.
Der letzte Tag vor der Abreise war gekommen. Meine Koffer war noch leer und eine grosse Abschiedsparty mit meinen Freunden stand noch vor der Tür. Auf dem Weg zum Flughafen habe ich gemerkt, dass ich die Hälfte meines Reisegepäcks zu Hause liegen gelassen habe. Aber das spielte jetzt auch keine Rolle mehr, denn ich hatte ja sowieso nicht mehr Platz in meinem 55 Liter Rucksack für meine Reise.


2. Die Reise – Flugzeug / Zug

Die Reise dauert sehr lange. Vor allem die Zwischenhalte in Frankfurt und Singapur verlängerten die Reisezeit um einiges. Ich war nicht nur nervös, sondern bekam auch immer mehr Angst.
Ich habe mich riesig gefreut Australien zu entdecken und auch eine gute Freundin, die seit Jahren in Sydney wohnt, wiederzusehen. Ich wusste auch nicht wo und bei wem ich genau wohnen werde, ich hatte nur eine Beschreibung des Ortes und der Familie.
Schlussendlich fand ich die 24h Reisezeit auf 3 verschiedenen Sesseln nicht so schlimm, wie ich anfangs vermutet habe. Ich hatte Glück, dass das Flugzeug nicht voll war und ich einen der besten Plätze erhalten habe. Vor mir sass ein Mädchen mit dem gleichen Reiseziel wie ich. Wir verbrachten die Zeit mit zwei Filmen und spannenden Gesprächen über unsere Reise und das Land. Wie es der Zufall es wollte, begegnete ich diesem Mädchen einige Monate später auf der Toilette einer Tankstelle wieder. Und das nur, weil der Buschauffeur, mit dem wir unterwegs waren, dort eine Cafépause einnahm. Aber das wusste ich jetzt noch nicht! Mir ist das schon einige Male passiert, dass ich jemandem den ich kannte an einem unbestimmten Ort wiederbegegnet bin und ich, während ich meine Reisepläne für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben habe, meine Reise mit dieser Person fortgesetzt habe.


3. Die Ankunft in Australien

Als ich am Flughafen meine Freundin erblickete, konnte ich meinen Augen fast nicht trauen. Sie traf mit der Überraschung voll ins Schwarze! Leider konnten wir nicht mit ihr mitgehen, da schon einer der Chauffeure der Schule auf uns wartete. Wir wurden mit zwei weiteren Studenten, die auch einen Sprachaufenthalt absolvierten nach Manly zu unserer Unterkunft gefahren. Der Chauffeur lud zuerst die anderen Studenten bei ihren Familien ab und ganz am Schluss mich. Da waren wir endlich! Meine Gastmutter hiess Odile, hatte einen goldenfarbenen Teint und sprach mit einem französischen Akzent (wie ich später erfuhr stammte sie ursprünglich aus Frankreich). Sie mochte es, uns mit Schwung und Elan erzählte Sie uns (wir waren mehrere Studenten in derselben Familie) Geschichten ihre Vergangenheit zu erzählen. Anscheinend ist sie in ihren jüngsten Jahren per Anhalter durch ganz Europa gereist.


4. Die Unterkunft und die ersten Eindrücke vor Ort

Auf dem Grundstück der Gastfamilie standen 3 Bungalows, ein Schwimmbad, einen Garten und eine mit einer Pergola bedeckte Terrasse. Mein Zimmer war mit einem Schreibtisch ausgestattet. Das Badezimmer, die Küche und das Wohnzimmer teilte ich in den drei Monaten mit drei oder vier anderen Studenten. In der Gastfamilie wohnte auch ein Brasilianer. Er spielte hervorragend Gitarre. Wir haben viel mit ihm gesungen und getanzt. Ein anderer Mitbewohner war ein waschechter Tscheche mit viel Humor und einem grossen Herz. Mit ihm spielten wir am Abend häufig Karten und tranken Bier. Zur gleichen Zeit wohnte auch ein alter Kumpel von Odile bei ihr. Ein Franzose. Auf der Suche nach einer Wohnung. Ein leidenschaftlicher Surfer. Stand schon um fünf Uhr morgens auf um surfen zu gehen. Dann ging er zur Arbeit. Ein anderer lustiger Mitbewohner war Japaner. Er war bei Wind und Wetter barfuss unterwegs und antwortete immer mit “yes, yes”, obwohl er überhaupt nichts verstand! Am Mittag luden wir oft unsere Freunde zum Essen ein. Unsere Familie wuchs mehr und mehr. Die Abende wurden immer länger und länger! Meine Freunde wohnten in der Nachbarschaft und besuchten die gleiche Schule wie ich. Meistens sind wir zusammen in die Schule gelaufen oder sind am Abend zusammen in Bars ausgegangen. Am Wochenende fuhren wir oft zusammen an den Strand oder in die Stadt. Noch nie habe ich so schnell Freundschaften geschlossen, wie in diesem Sprachaufenthalt.


5. Die Schule – der erste Schultag – die Atmosphäre und der Ausgang:

Sydney Manly
Den ersten Schulweg legte ich mit meinen Mitbewohnern, die an der gleichen Schule studierten, zurück. Sie zeigten mir auch die zwei Gebäude des Australien College of English. Ein Schulgebäude lag sogar direkt vor dem Strand. Man hatte einen wunderschönen Ausblick aufs Meer! Ganz ehrlich, unter der Sonne, mit viel Sonnencreme und einem Eis kann man nicht nur am besten Hausaufgaben erledigen, sondern sich auch super amüsieren. Obwohl Sydney Manly nicht im Stadtzentrum liegt, war ich mir sicher, damit die richtige Wahl getroffen zu haben! In Sydney Manly genoss ich am meisten den wunderschönen Strand, die vielen Grünflächen und die Möglichkeit supernah an einer Metropole wie Sydney zu wohnen. Das Stadtzentrum liess sich leicht mit der Fähre und dem Bus erreichen. Sydney war für mich der perfekte Ort um nach den Kursen Auszugehen und Spass zu haben.

Der erste Schultag
Am ersten Tag mussten alle Schüler einen Einstufungstest ablegen und wurden dann in die, ihrem Sprachniveau entsprechende, Klasse eingeteilt. Nach dem Einstufungstest erhielten wir von den Lehrern zusätzliche Informationen zum Kurs und besichtigten auch noch die Schulgebäude. Am Ende des Informationstages hatten wir die Möglichkeit, bei einem kleinen Apero, die Lehrer und auch Studenten näher ins Auge zu fassen. Viele Leute, die mir am ersten Tag noch fremd schienen, waren nach kurzer Zeit gute Freunde.

Standort der Schule
Die Schule, mit zwei Gebäuden, liegt an einem perfekten Ort in Manly. Das erste Gebäude liegt neben einer Bushaltestelle (ideal um am Morgen auszuschlafen) und einem Internetcafé.
Das zweite Gebäude bietet eine fantastische Aussicht auf das Meer, hat helle Räume, einen Computerraum mit Internetanschluss und einen Audiovideoraum, der den Schülern den ganzen Tag zu Verfügung steht. Beide Schulgebäude besitzen eine Caféteria und eine kleine Küche.
Gute Cafés und Restaurants befinden sich ganz in der Nähe der Schule. Wenn es Sommer gewesen wäre, hätten wir auf den weiten Wiesen picknicken, Volleyball spielen oder uns bräunen lassen können. Leider mussten wir auf diese duften Ideen verzichten und uns mit feinen Mahlzeiten in den Restaurants begnügen, da auf diesem Kontinent langsam der Winter Einzug nahm.

Der Unterricht
Meiner Meinung nach wurden im Unterricht hohe Ansprüche gestellt. Das war natürlich auch der Fall, weil ich am Ende meines Sprachaufenthaltes eine Cambridgeprüfung absolvieren musste. Am Morgen hatten wir Grammatikunterricht und am Nachmittag stand das Sprechen und das Vocabulaire (Fahren, im Museum, auf Reise, Küche, Sport, etc..) im Mittelpunkt.
Nicht alle Lehrkräfte waren richtige Australier, aber waren englischer Muttersprache. Einige Lehrer waren aus Schottland, Irland oder England. Im Unterricht konnten wir auch unsere eigenen Ideen, Kritik und Wünsche einbringen. So zum Beispiel unterrichteten die Lehrer auf Wunsch der Studenten auch das mit einem starken Akzent durchtränkte australische Englisch, das sich im Laufe der Zeit an die australische Kultur angepasst hat und schon fast eine unabhängige Sprache darstellt.
Wer sich auch nach den Kursen mit der Sprache auseinandersetzt, der hat die beste Chance am Ende des Kurses eine gute Note zu erzielen. Die beste Möglichkeit ist, ausserhalb der Schulzeit, mit anderen Studenten, in seiner Gastfamilie und mit den Leuten der Stadt die Sprache zu üben! In meiner Klasse gab es einige Deutschschweizer, aber auch andere Nationalitäten. Neun Studenten waren Japaner, zwei Koreaner, einer Brasilianer, einer Russe, drei Deutschschweizer und ich. Wir konnten nur Englisch miteinander sprechen, da keiner dieselbe Sprache als Muttersprache hatte.
Nach dem Unterricht habe ich oft mit Klassenkameraden oder denen aus der Parallelklasse gefeiert. Alles in allem hat mir hat die Atmosphäre in der Schule sehr gefallen. Ganz ohne Stress, und total entspannt!


6. Sydney – Eindrücke – alltägliches Studentenleben in Sydney:

Ein erster Eindruck
Ich kann mich noch ganz genau an meine erste Fahrt in Sydney erinnern. Es war der Tag nach der Ankunft. Mit der Fähre habe ich mich auf den Weg zu meiner Freundin gemacht. Die Fahrt dauerte circa eine Viertelstunde. Es war eindrücklich, das Festland, das immer kleiner und kleiner wurde, von der Ferne aus zu beobachten. Die Oper von Sydney sah aus wie ein riesiger Fächer. Alles was ich in diesem Moment von Australien zu sehen bekam war nur eine grobe Skizze meiner noch bevorstehenden Reise.I

Obwohl die Hausaufgaben der Schule viel Zeit beanspruchen, habe ich mich entschieden am Freizeitangebot der Schule teilzunehmen. So zum Beispiel nehme ich bei einem Shiatsumassagekurs und einem Fotokurs teil. Am Wochenende stehen regionale Ausflüge auf dem Programm. Ich habe mich nun schon recht gut in der Region umgesehen. Die versteckten, geheimnisvollen Orte und die symphatischen Nachbarortschaften sind kein Geheimnis mehr für mich. Am liebsten würde ich hier in Australien bleiben und der Schweiz den Rücken kehren!
Ich freue mich schon auf heute Abend, denn dann steigt in Byron Bay ein geniales Reggaefestival. Oder soll ich lieber mit meinen Freunden in die Blue Mountains fahren?

Study Retreat im Nationalpark
Die Schule bietet den Studierenden, die einen Cambridgekurs absolvieren, sogar einen Study Retreat im Nationalpark an. Der Nationalpark ist nur zwei Stunden von Manly entfernt. Der Study Retreat findet in der Hälfte des 12-wöchigen Cambridgekurses statt. Den meisten Studierenden gibt dieser etwas alternative Schulunterricht wieder Energie für die zweite Hälfte des Cambridgekurses. Meistens sind es 2 bis 3 Klassen die am Study Retreat teilnehmen. Geschlafen, gegessen und gelernt wird in einem kleinen Unterschlupf in der freien Natur. Die Studierenden haben bei diesem “Retreat” die Möglichkeit nicht nur die Lehrer besser kennenzulernen, sondern auch den australischen Bush zu entdecken. Natürich nahm ich auch daran teil! Wie könnte ich mir das auch nur entgehen lassen! Ich sah wilde Kangaroos, Boa’s und sooo viele andere exotische Tiere. Schon Früh am Morgen tönte das Konzert der Kukaburra und die munteren Gesänge der Vögel in meinen Ohren. Bei Einbruch der Dunkelheit konnte ich sogar den Fledermäusen und Opossen beim Flug zusehen.

Freunde aus aller Welt!
Mit vielen Leuten aus Manly bin ich noch jetzt per Email oder Telefon in Kontakt. Einige davon habe ich sogar schon wiedergesehen! Ich habe viel über die Kulturen, Ideen und Weltansichten anderer Länder kennengelernt. Es ist echt genial Freunde aus Japan, Russland, Italien, Brasilien, Südamerika, Tschechien und sogar aus Holland zu haben!

Sydney – eine Stadt mit vielen Facetten
Die Stadt Sydney und Manly bieten ein sehr vielseitiges Freizeitprogramm. Am Wein- und Gastronomiefest in Sydney hatte ich die Möglichkeit verschiedene köstliche australische Weine und lokale Spezialitäten zu kosten. Was mir in Sydney auch super gefallen hat ist das lateinamerikanische Musikfestival und das Aquarium von Sydney. Natürlich haben wir auch in verschiedenen Restaurants, Cafés und Bars gefeiert oder uns an kulturellen Orten oder Anlässen inspirieren lassen. Aber eines ist klar: An allen Aktivitäten gibt es die Möglichkeit mit jungen einheimischen Australiern zu sprechen und die Sprache zu praktizieren!


7. Die Kurse – akademische Ziele des Aufenthaltes

Der Sprachaufenthalt verging wie im Flug. Wir hatten drei Monate Zeit um uns mit verschiedenen Tests auf die CAE Prüfung vorzubereiten: Lese- und Hörverständnis, Aufsätze und Sprechen. Die Prüfungserfolgsrate dieser Schule ist sehr hoch. Die Schüler werden speziell auf alle Prüfungen vorbereitet. Wer sich einen Monat vor der Prüfung intensiv auf die Prüfungen vorbereiten möchte, der hat die Möglichkeit von einem Privatlehrer unterrichtet zu werden.
Das Prüfungsresultat wurde mir per Post zugestellt. Ich habe mich ungemein über das positive Resultat gefreut! Die Schule konnte ich nun mit vielen schönen Erinnerungen ad akta legen und mich in ein neues Abenteur stürzen: Die Reise durch Australien!  


8. Nach den Kursen beginnt die Reise (Australien):

Reisen heisst für mich, keinen Verpflichtungen nachzugehen und keinen genauen Zeit- oder Unterrichtsplan zu verfolgen. Ich war mir bewusst, dass drei Monate nie ausreichen, um das ganze Land zu entdecken. Ich nahm mir deshalb vor, meine Reise auf die Ostküste und das Innere des Landes zu beschränken. Da Australien ein sehr gutes Busnetz besitzt, und ich nur ein kleines Budget hatte, entschied ich mich, die Reise im Bus zurückzulegen. Für die gesamte Busreise habe ich mir ein “Hop-On Hop-Off” Ticket gekauft, welches mir erlaubte dort ein- und auszusteigen wo ich wollte. Es war eine wirklich interessante Erfahrung!


Von Sydney bis nach Cairns
Meine Reise an der Ostküste von Australien reichte von Sydney bis nach Townsville. Zwischen Townsville und Alice Springs hielt ich beim Reservat der Aboriginees, bei Uluru und Kata Tjuta, Mount Isa, Tennant Creek und schliesslich in Darwin an. Von Darwin bis nach Cairns fuhren wir ohne Zwischenhalt circa 2930km. Das war die längste Busreise meines Lebens! Australien in ganzer Hülle und Fülle aber habe ich erst im Outback kennengelernt. Dort, wo sich der Himmel ins Unendliche erstreckt. Dort, wo die rote, gelbe oder weisse Erde das Augenlicht blendet. Dort, wo das lakonische Temperament der Aussies kocht.  

Newcastle und Byron Bay
Die Ostküste Australiens ist mit unzähligen paradiesischen Plätzen geschmückt, was natürlich auch viele Touristen anlockt. Nach einer  Nacht in Newcastle verbrachte ich drei Tage in Byron Bay (Traumort für Surffans und Marihuanaraucher) und dann in Surfers Paradise. Der Strand in Surfers Paradise war nicht so schön, wie ich mir ihn vorgestellt habe, da er direkt am Stadtrand liegt, gesäumt von grossen Gebäuden.    

Noosa
Eine junge Australierin hat mir als Geheimtip Noosa vorgeschlagen. Und voilà, da war ich! Ich verbrachte die Zeit in Noosa in einem kleinen Hostel, in einem Zimmer mit einer wunderschönen Aussicht auf das Meer, einfach traumhaft! Ich blieb einige Tage, habe mich entspannt und einfach auch mal nichts getan. Eine Australierin, die schon seit mehreren Jahren in der Welt herum reist, erzählte mir, dass Sie sich mit kleinen Hilfsarbeiten ihr Geld verdient. Die Idee, wie sie sich über Wasser hielt, fand ich super. Ich begann nun auch in Hostels zu putzen und an Bars oder in Restaurants zu helfen und konnte im Gegenzug gratis übernachten.

Von Brisbane bis nach Townsville

Nach diesen erholenden Tagen am Meer und im tropischen Urwald hatte ich nun wieder viel Energie um meine Reise nach Brisbane fortzusetzen. Am Tag habe ich in Brisbane interessante Museen und Galerien besucht und in der Nacht in den angesagtesten Clubs zu Elektro-, Hip-Hop- und Rockmusik getanzt. Zwischen Brisbane und Townsville habe ich die schönsten Landschaften entdeckt: Fraser Island, und die Whitsundays Islands mit türkisblauem Meer, weissem Sand und farbigen Leuchtfischen!

Fraser Island
Die Erfahrungen, die ich auf Fraser Island gesammelt habe, waren super genial! Mit einem Jeep haben wir zu fünft die Insel durchquert. Mit Notvorräten für drei Tage, einer Karte, Lebensmittel, unseren Badekleidern, Wasser, Tücher und Kleidern sind wir losgefahren. Wenn wir nicht gerade bis spät nachts im Sand stecken geblieben sind, haben wir am Abend am Strand unsere Zelte aufgeschlagen. Wir mussten vorsichtig sein, dass die wilden Dingos der Insel, die sehr nachtaktiv sind, nicht unsere knappen Notvorräte verzehrten. Die Reise auf Fraser Island aber übertraf alle unsere Vorstellungen: blaue Lagunen, ein unglaubliches Naturspektakel, wohin man auch schaute, und kristallklare Seen mitten im Urwald.  

Whitsundays Islands
Was mir auch super an der Ostküste gefallen hat, war eine Kreuzfahrt auf einem Segelschiff zwischen den Whitsunday Islands. Ich konnte kaum meinen Augen trauen! Korallenriffe, Fische mit Farben so klar wie der Regenbogen und ein Sandstrand so unberührt und fein, wie ihn noch niemand gesehen hat. Stundenlang und nächtelang bin ich an diesen schönen Orten verharrt und habe das Naturspektakel in mich aufgesogen. Vom Schiff aus lassen sich die verschiedenen Farben der Korallen und das Spiel der Farben der Fische bestaunen. Das letzte Abenteuer auf den Whitsundays Islands war ein Ausritt zu Pferd. An diesem letzten Ausflug lernte ich einen Jungen kennen, der am gleichen Ort in der Schweiz wohnt wie ich. Wie klein die Welt doch ist!

Outback
Das erste was ich im Outback besichtigt habe war der Mount Isa. Bekannt durch seine Erzgruben, die im 20. Jahrhundert entdeckt wurden. Im Guesthouse, in dem ich übernachtet habe, bin ich freundlich empfangen worden und habe gut gespeist. In Tennant Creek, im Herzen des Outbacks, bin ich in der statt Jadis geblieben, dort wo ich den Aboriginees begegnet bin. Mit einem kleinen Umweg bin ich dann zu den Devil’s Marbles gereist. Dort wo riesige rote Granitfelsen stehen, die bis zu 7 Meter hoch sind und wie Riesen aus der Wüste ragen. Am Abend habe ich bei einem gemütlichen BBQ im Outback ein feines Essen und ein kühlendes Bier genossen! Die Begegnungen mit diesen interessanten Menschen haben meiner Reise eine ungeheure Spannung verliehen!  

Alice Springs
Am Tag darauf sind wir mit dem Bus nach Alice Springs zum riesigen Monolithen Uluru und der benachbarten Felsengruppe von Kata Tjuta gefahren. Der Uluru war riesig, allein um ihn zu Fuss zu umrunden benötigte ich mehr als drei Stunden. Es war wie eine kleine Pilgerreise. Warum Pilgerreise? Für die Eingeborenen, die Aboriginies, gilt dieser Berg als heilig. Noch heute werden am Uluru an den heiligen Orten Riten betrieben. Nach dieser spirituellen Erfahrung begab ich mich auf den Weg nach Kata Tjuta. Ich fühlte mich wie in eine andere Welt versetzt, besser gesagt, ich fühlte mich mitten in einer prehistorischen Landschaft. In dieser Landschaft war es die Natur, die das Zepter über den Menschen hält und nicht umgekehrt.   

Darwin
In Darwin habe ich in einer günstigen und zentralen Jugendherberge gewohnt. Die Stadt war nicht WOW. Ausser dass mir bei einem Spaziergang im Wald ein Schweizer mit einer Raclettebude über den Weg lief! Die Spitze des Eisbergs war, stellt euch vor, seine Bude lief. Der hat Raclette verkauft wie heisse Brötchen!
In Darwin besuchte ich mit einer Gruppe und einem Reiseführer den Kakadu Nationalpark. Bis tief in die Nacht haben wir feinstes Fleisch gegrillt, Didgeridoo gespielt und unserem Reiseführer bei spannenden Geschichten zugehört. Stellt euch vor, der hat mal mit den Aboriginies zusammen gelebt! Im Kakadupark habe ich auch zum ersten Mal hautnah echte Höhlenmalereien besichtigt! Fasziniert war ich auch von den tiefblauen stehenden Gewässern, bezeichnet mit der Aufschrift „Achtung Krokodile“. Im Allgemeinen war ich einfach nur beeindruckt! Eine fantastische Fauna und Flora... Leider war es schon unser letzter Tag und es war Zeit zurückzufahren. Auf unserer Rückreise durchquerten wir das Never-Never (Hinterland des Outback). Als ich ein Blick aus dem Fenster warf, sah ich wie für ein paar Sekunden eine wilde Horde von Pferden neben uns herritt. Nicht einmal im Traum hätte ich das erwartet! Es war genial!
Ich bin dann noch einige Tage in Alice Springs geblieben und mein Reiseführer hat mir mein eigenes Didgeridoo hergestellt, mit einem tiefen Ton und einer krummlinigen Form. Am Abend habe ich das Didgeridoo mit Freunden, die ich vor Ort kennengelernt habe, eingeweiht. Ein sehr musikalischer Abend!

Cairns
Die letzte Busreise in Australien führte nach Cairns. Dort habe ich die meiste Zeit in einem kleinen Hostel in Cape Tribulation verbracht. Das Hostel lag mitten im tropischen Wald und dank meiner Mithilfe in der Küche, durfte ich soviele frische Früchte essen wie ich wollte. Ich genoss noch ein letztes Mal vor der Abreise ein erfrischendes Bad im kristallklaren Meer…


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