4 Monate in Peru

Sandra Blazer

Ich habe in Peru einen Sprachaufenthalt von 6 Wochen absolviert. Die ersten 4 Woche habe ich in Cusco in der Schule Amauta verbracht, anschliessend war ich eine Woche im Djungel. In der letzten Woche habe ich in Urubamba gewohnt. Ich habe viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die mir sehr viel gebracht haben. Ich habe auf der Reise viele Ueberraschungen erlebt. Die Begegnungen waren sehr speziell. Cusco ist ein sehr lieblicher Ort, mit vielen Farben und Düften, ein Ort der motiviert und inspiriert. Es gab viele Sachen zu entdecken und erleben. Meine Spanischkenntnisse waren vor der Abreise nach Peru sehr gering. Ich habe mich aber sehr schnell an die Sprache gewöhnt und konnte nach einer kurzen Zeit schon mit den Eingeborenen sprechen. Nach den 6 Wochen Sprachaufenthalt konnte ich mich problemlos auf meiner weiteren Reise in Spanisch verständigen.


Zusammenfassung meiner Reise

In Madrid hatte das Flugzeug technische Probleme. Wir mussten nach 5 Flugminuten notlanden. Die Nacht mussten wir in einer Art Luxushotel verbringen. Am nächsten Tag ging die Reise weiter. Das Reiseziel war Peru. Ich hatte noch keine Ahnung, was mich dort erwarten wird. Ich war mir auch noch nicht bewusst, dass ich in den kommenden 4 Wochen die schönste, intensivste und interessanteste Zeit in meinem Leben verbringen werde...


In Cusco hat mich jemand von der Schule abgeholt. In der Schule habe ich zuerst einen Einstufungstest absolviert, der mein Sprachniveau festlegte. Die Gastfamilie hat mich daraufhin in der Schule abgeholt und zu ihnen nach Hause gebracht. Das Mittagessen war sehr gut! Am Nachmittag ging hatte ich meine erste Schulstunde. Nach dem Abendessen habe ich mich ins Nachtleben von Cusco geworfen.


Die Tage in Cusco vergingen wie im Flug. Neben dem Spanischkurs, nahm ich an Salsakursen teil und habe am Wochenende Exkursionen in die Umgebung unternommen. Die Temperaturen in Cusco sinken am Abend nur gering. Wer in Cusco am Abend ausgehen möchte, der findet bestimmt, was er sucht. Sogar die Faulsten bekommen Freude am Ausgehen. Die Stadt bietet viele kleine Bars und symphatische Restaurants, künstlerische Boutiquen und Kleinwarenhändler an den Strassenecken. Der Ort an sich ist farbig, vielfältig und kulturell gesehen sehr interessant. Einfach ein Ort der glücklich macht.


Zusammen mit der Schule bin ich eine Woche in den Jungle gereist. Das war eine super Erfahrung! Die Nächte haben wir in Holzhütten unter Moskitonetzen geschlafen und mit dem Gesang der Vögel Spanisch gelernt. Das Kursprogramm war sehr vielfältig. Wir haben nächtliche Spaziergänge unternommen, Vögel aller Arten beobachtet, nativ wohnende Gruppen im Jungle besucht und uns in heissen Thermalquellen gebadet. Ich habe mit meinen Schulkollegen eine fantastische Woche erlebt, welche uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Meine letzte Woche des Spanischkurses habe ich in Urubamba verbracht. Urubamba liegt im geheiligten Bergtal. Es ist ein ruhiger Ort, umgeben von schönen Bergen und goldigen Hügeln. Mit der Schule haben wir interessante Ausflüge unternommen. Beispielsweise besichtigten wir die Ruinen von Ollantaytambo und die Salzbergwerke von Maras. Wir konnten auch an anderen Anlässen und Ausflügen teilnehmen: ärcheologische Exkursionen nach Muray, Ausritte, Töpferkurse und Bergwanderungen.


Ich bin dann wieder nach Cusco zurückgereist und habe dort eine Volontariatsstelle in einem Kinderheim begonnen. Die Kinder sind zwischen 5 und 15 Jahre alt und sie sind mir sofort ans Herz gewachsen. Meine Hauptaufgabe war, den Kindern Englischunterricht zu erteilen. In der Freizeit habe ich mit den Kindern viel zusammen Fussball gespielt. Die Kinder waren unglaublich lieb! Trotz der Armut, die dort herrscht, haben sie die ganze Zeit gelacht und viel positive Energie ausgestrahlt. Mit den kleinsten und einfachsten Dingen konnte ich die Kinder erfreuen.


An den Wochenenden bin ich viel alleine, mit Freunden oder in der Gruppe gereist. Manchmal habe ich auch an organisierten Reisen teilgenommen. Gewohnt habe ich nicht mehr in einer Gastfamilie, sondern in der Schulresidenz von Amauta. Am Mittag haben wir viel auf der Terrasse gegessen. In der Nacht sind wir meist in neue Bars oder Discos losgezogen. Jetzt kennen wir alle Orte, an denen Gratis-Drinks ausgeschenkt werden.


Die Reise

Das geregelte Leben nimmt ein Ende. Meine Spanischkenntnisse sind nun ausreichend, um den Rest des Landes zu entdecken. Mein Ziel ist es den Norden bis zum Süden zu durchreisen. Ich flog zuerst nach Lima, dann nach Thumbes und von dort aus ging meine Reise in einem Regionalbus weiter an die Küste. Ich muss sagen, die Strände sind wunderschön, vor allem für Surffans. Die Hauptstädte waren einfach geil! Voller Leben, Energie und Witz!


Ein grosser Vorteil von Peru ist die Diversität der Landschaften. In diesem Moment befinde ich mich auf einer Bergspitze. Um mich herum 6000er Berge, soweit das Auge reicht. Das Dorf, das sich mitten in diese paradiesische Bergwelt eingebettet hat, heisst Huaraz. Die weisse Bergkette auf meiner Rechten, die Schwarze auf meiner Linken. In der Freizeit unternehme ich Kletter- und Bergtouren. Am liebsten würde ich in dieser Gegend Wurzeln schlagen...


Aber die Reise ruft, ich muss fortziehen. Die längste Busreise steht mir jetzt bevor. Die Fahrt nach Lima, und von dort aus nach Ica. Erneut ein Tapetenwechsel. Die Hitze ist erdrückend, die Luft stickig. Überall gibt es Sand. Der Bus, indem ich sitze, bringt mich nach Huancachina, einen Ort wie aus tausend und einer Nacht. Eine verlorene Oase, mitten in grossen Sanddünen, umgeben von einem See mit Palmen, Restaurants und Hotels. Die beliebteste Freizeitbeschäftigung in Huancachina ist Sandboarding und Buggy fahren. Manchmal habe ich das Gefühl noch hinter dem Mond zu sein!


Nächster Halt, Nasca. In Nasca habe ich einen kleinen Rundflug über den Bergketten von Nasca unternommen. Ich sah bizarre Linien, die sich weit über die Erde hinweg zogen. Man sagt, dass die Linien von Ausserirdischen stammen. Andere wiederum halten nichts von dieser Theorie und behaupten, die Linien seien anderen Ursprung.


Nächster Halt, Arequipa die „weisse Stadt“. Warum die „weisse Stadt“ ? Weil die Gebäude weisser sind als die weisse Farbe nur sein kann. Sehr speziell. In Arequipa liegen die höchsten Vulkane des Landes. Der Vulkan Misti misst 5’830m, der Vulkan Chachani 6’075m und der Vulkan Ampato 6’380m. Ich entschied mich den Vulkan Chachani zu besteigen. Der Weg bis zur Bergspitze schien mir unerreichbar weit. Aber es hat sich schlussendlich gelohnt zu leiden. Der Verdienst, der sich auf dem höchsten Punkt herausstellte war unermesslich. Es war einfach grandios! Nicht jeden Tag hat man die Chance einen Berg von 6000 Metern Höhe zu erklimmen!


Ich besichtigte daraufhin noch einzelne Museen in der Stadt. Anschliessend ging es mit dem Bus weiter aufs Land. Wir hielten beim Titicacasee. In der Luft lag eine ausgesprochene Ruhe. Frieden und eine unbeschreibliche Stille umgab mich. Mein nächstes Ziel war die bolivianische Grenze zu überqueren, um mein Visa für Peru zu verlängern. Die Nacht habe ich auf der Sonneninsel verbracht und am nächsten Tag ging meine Reise weiter an die Copacabana. Ich konnte die Grenze problemlos überqueren. Den Abend werde ich in Puno, in der grössten Stadt der peruanischen Küste, verbringen.


Die nächsten zwei Tage werde ich interessante Inseln besichtigen. Und zwar die schwimmenden Inseln Uros, die aus einer Art Schilf, auch Totora genannt, bestehen. Alles ist aus diesem Material, die Häuser, der Boden, die Schiffe. Man kann Totora sogar essen...


Nach dieser interessanten Erfahrung in Uros fuhr ich auf eine weitere Insel. Als Tourist ist es dort üblich die Unterkunft in einer Gastfamilie zu erhalten. Das war dann auch bei mir so. Ich habe bei einer jungen Mutter mit zwei Kleinkindern gewohnt. Das Haus war einfach gebaut. Aus Stein. Anstatt Strom nutzte die Familie Kerzen. Gekocht wurde auf dem Boden. Geheizt wurde wie in alten Zeiten mit Holz. Das Mittagessen nahm ich mit der Familie ein. Am Nachmittag standen Besichtigungstouren auf dem Programm und abends ass ich erneut mit meiner kleinen Familie. Es war komisch, denn beim Abendessen war es dunkel. Ich sah überhaupt nicht, was ich auf dem Teller hatte..Naja. Nach dem Abendessen gab mir die Gastmutter ein typisches Gewand. Ich verwandelte mich in eine einheimische Frau. Ich musste einen Jupe tragen, der mir 5 Nummern zu gross war, ein Korsett in dem ich fast keine Luft bekam und eine drei Kilo schwere Stola, die mich wie eine Religiöse aussehen liess. Mit typischer einheimischer Musik und den Einheimischen der Insel tanzten wir die ganze Nacht durch.


Es war Zeit um nach Cusco zurückzukehren. Dieses Mal mit dem Touristenbus, dem Inka Express, der an verschiedenen archäologischen Fundstätten und lokalen Märkten hält. In Cusco musste ich mich mental schon einmal auf die wichtigste Exkursion meiner Reise vorbereiten. Ich habe diesen Ausflug schon 2 Monate im voraus reserviert. Wohin die Reise geht? Nach Machu Picchu.


Ich entschied mich für den traditionellsten Weg nach Machu Picchu, den Inkaweg (Inca Trail) der insgesamt 4 Tage dauert. Die anderen Möglichkeiten nach Machu Picchu zu reisen, wären eine Tagesreise mit dem Zug oder eine 5-tägige Trekkingtour den Bergen von Salcantay entlang. Der Inkaweg aber reizte mich am meisten. Die Erfahrung die man dabei sammelt ist einzigartig. Die Landschaft ist unglaublich, die körperliche Anstrengung bewegt sich in vernünftigem Masse und das Essen ist einfach ein Traum. Für die Übernachtung wurde gut gesorgt, denn es gab Männer, die für unsere Gruppe die Zelten schleppten.


Am Morgen des vierten Tages und nach einer stundenlanger Wanderung erreichen wir endlich unser Ziel: Machu Picchu. Machu Picchu in seiner vollen Vielfalt. Jeder von uns hat unterschiedlich reagiert. Einige unter uns hatten Tränen in den Augen, andere fotografierten ohne Ende und verloren sich in den Emotionen. Die Magie des Ortes habe ich am meisten auf dem Gipfel des Huayna Picchu gefühlt. Dort oben fühlte ich etwas sehr spezielles, wie wenn ich in einer anderen Welt.


Den Weg nach Cusco zurück unternahmen wir mit Perurail, der peruanischen Zuglinie. Am nächsten Tag sass ich schon im Flugzeug nach Iquitos, eine Stadt die komplett versunken im peruanischen Amazonas liegt. Uff, die Hitze dort war so unerträglich, es war einfach zu heiss dort. Es gab viel zu wenig Regen, alles war wie ausgetrocknet. In der Stadt gab es fast kein Wasser, die Schwimmbäder waren leer. Sogar die Flüsse waren nur Staub und Erde. Der Wasserstand des Amazonas sank auf 20 Meter!


Mein nächstes Abenteuer führte für 2 Wochen in die Feuchtzone der Region, ins Naturreservat von Pacaya-Samiria. Da ich nicht so gerne mit Gruppen reise, entschloss ich mich für einen Reiseführer und einen Koch, mit denen ich das Naturreservat im Schiff durchquerte. Wir mieteten uns ein Frachtschiff. Die Reise dauerte 30 Stunden. Geschlafen haben wir in Hängematten, die wir auf dem oberen Deck befestigten.


Es war wie im Abenteuerland. Mit grossen Plastikplanen haben wir Zelten gebaut. Jedem gehörte ein eigenes Moskitonetz. Der Koch sammelte die Zutaten für unsere Gerichte ausschliesslich in der Natur, am Seeufer oder im Urwald. Ich nahm nur kurze Erfrischungsbäder im Wasser, denn man weiss nie, welche Ungeheuer in den Tiefen lauern. In der Nacht haben wir viele Spaziergänge unternommen. Einmal überraschte uns unser Reiseführer mit einem Kaiman, den er mit seinen Händen gefangen hatte. Mein Tagesablauf war ausgefüllt mit Aktivitäten. Die meiste Zeit verbrachte ich mit Fischen. Wenn Piranhas anbissen, habe ich sie getötet und anschliessend gegessen. Im Wald habe ich oft die Milch bestimmter Baumstämme gekostet, den singenden Vögeln, die sich zwischen den Bäumen bewegten, gehört. In den Flüssen konnte ich manchmal rosa Delphine beobachten, die zehn Meter neben unserem Schiff Kapriolen schwangen. Ich muss sagen, diese zwei Wochen waren einfach unvergesslich, voller Überraschungen und Wunder.


Und wieder zurück in Iquitos! Als erstes bin ich dort in ein internationales Restaurant gegangen und habe mir ein „Coca Cola“ bestellt. Endlich wieder ein normales Getränk! Bald war es Zeit wieder in mein Heimatland zurückzukehren. Ich habe zum letzten Mal Iquitos, seine Marktstände, die engen Strassen und Gässchen und seinen mit Blumen geschmückten Quai besichtigt. Der Tag der Abreise ist gekommen. Ich bin mit dem Flugzeug bis nach Lima gereist, habe dort übernachtet und am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen von Peru! Noch ein letztes Mal werfe ich einen Blick auf die Landschaft, die mir soviel Freude bereitet hatte....


Werbung